"Franchising ist der nächste logische Schritt für unsere Expansion" 

Patrick Nebois, Feuerdorf International


Patrick Nebois ist Geschäftsführer von Feuerdorf International. Wir haben ihn mit Sicherheitsabstand und Mundschutz am Firmensitz in Gablitz besucht. 

Der Klopitz: Hallo Patrick! Wie geht es dem Feuerdorf in der jetzigen Situation?

Patrick: Wir sind insgesamt mit einem blauen Auge davongekommen. Zwar mussten wir das Feuerdorf am Donaukanal früher schließen als gedacht, aber für den Sommer war ohnehin keine Neueröffnung vorgesehen. Insofern läuft alles nach Plan. Und wir haben mit unserem Franchisekonzept gerade mehr als genug zu tun.

Der Klopitz: Was habt ihr da genau vor?

Patrick: Wir haben letztes Jahr die Feuerdorf International GmbH gegründet, mit der wir in den nächsten Jahren bis zu 10 neue Feuerdörfer im Franchiseverfahren vergeben werden. Franchising war für uns schon lange der logische Schritt für unsere Expansion, und jetzt sind wir organisatorisch und finanziell so aufgestellt, dass wir durchstarten können.

Der Klopitz: Wie habt Ihr in diesen besonderen Zeiten die Finanzierung für das Projekt sichern können?

Patrick: Zunächst stelle ich mit meinem Geschäftspartner Hannes Strobl einmal persönlich die Vorfinanzierung. Zusätzlich haben wir gerade mit CONDA, Österreichs größter Crowd Funding Plattform eine Kampagne laufen, mit der wir die Expansion noch schneller voran treiben werden.

"CROWD FUNDING ist in diesen Zeiten die optimale finanzierungsforM"


Der Klopitz: Warum habt ihr euch für Crowd Funding entschieden?

Patrick: Crowd Funding ist für uns eine interessante Form der Zusatzfinanzierung weil wir dadurch schnell und unbürokratisch unsere Ziele erreichen können. Darüber hinaus ist das Modell insofern sympathisch als es uns jede Menge neue Kontakte und Unterstützung durch das CONDA Netzwerk bringt. Das ist eigentlich unbezahlbar, auch wenn diese Finanzierungsform sicherlich nicht billig ist. Für Investoren gibt es dafür andererseits Chancen für ein attraktives Investment. 

 Der Klopitz: Zurück zum Franchising - Wen sprecht ihr mit euren Konzept an?

Patrick: Wir sehen unser Zielgruppe in Unternehmern aus dem Bereichen Events, Tourismus aber auch Immobilienentwicklung. Die bisherigen Anfragen bestätigen das auch ganz klar. Das Feuerdorf ist viel mehr als ein klassischer Gastronomiebetrieb. Natürlich schadet Erfahrung in dem Bereich nicht, aber unser Konzept ist als "Plug and Play" Lösung so konzipiert, dass Geschäftssinn wichtiger ist als Gastrofachwissen- das stellen wir ohnehin.

 Der Klopitz: Wann und wo werdet Ihr das nächste Feuerdorf eröffnen?

Patrick: Da muss man zwei Ebenen unterscheiden. Hannes Strobl und ich betreiben ja weiterhin den Standort am Donaukanal selbst und werden sehr bald einen zweiten Standort in Wien eröffnen. Was die Franchisedörfer betrifft wird der erste Schritt im deutschsprachigen Raum gesetzt. Ich bitte um Verständnis, dass ich in beiden Fällen nicht mehr sagen kann, weil wir gerade die finalen Verhandlungen führen. Aber in ein paar Wochen bekommst du eine Einladung zur Eröffnungsfeier...

"20-30% der Wiener Gastronomiebetriebe werden COrona nicht überleben"

Der Klopitz: Wie siehts du generell die Situation für die Gastronomie?

Patrick: Kurz zusammengefasst-schlecht! Wir haben in Österreich eine sehr hohe Dichte an kleinen Betrieben mit sehr geringer Kapitaldecke. Ich war lange genug in der Gastronomie tätig um zu wissen, dass es auf dem aktuellen Preisniveau sehr schwierig ist, das klassische Wirtshaus von früher zu betreiben. Die Rahmenbedingungen erledigen den Rest. So leid es mit tut- Ich fürchte, dass 20-30% der Unternehmen die Krise nicht überstehen werden.

Der Klopitz: Wie siehst du das Konsumverhalten in den nächsten Monaten?

Patrick: Natürlich kann auch ich nur mutmaßen. In der Gastronomie wird viel von den gesetzlichen Rahmenbedingungen abhängen. Grundsätzlich bin ich davon überzeugt, dass wir im qualitativen, hochpreisigen Segment, wie in vielen anderen Branchen auch, einen regelrechten Boom sehen werden. Wir werden unsere neu gewonnenen Freiheiten genießen, es ist menschlich sich etwas Besonderes zu gönnen. Die Buchungszahlen für die Wintersaison am Donaukanal sprechen eine klare Sprache, die sind nämlich besser den je. 

Der Klopitz: Welche Art der Untersützung erwartest du Dir von der Regierung?

Patrick: Ich glaube, dass niemand -objektiv betrachtet- in der Haut der Entscheidungsträger stecken möchte, die Situation ist einfach sehr speziell. Insofern bin ich mit meinen Wünschen auch sehr bescheiden. Ich erwarte mit keine Zuschüsse oder Steuersenkungen. Vielmehr hoffe ich auf unbürokratische Bewilligungsverfahren für innovative Investitionen, mehr politische Unterstützung für Betriebe auf lokaler Ebene und vor allem ein klares Statement an die Bankenlandschaft. Investitionen in die Zukunft werden zur Zeit einfach nicht ermöglicht, bei den Unternehmen kommt nichts an, das ist eine Tatsache. Das wird viele KMUs in den nächsten Monaten viel härter treffen als die aktuellen Umsatzeinbußen. 


Der Klopitz: Danke für das Gespräch!

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